„Wir würden gern wiederkommen.“

von Rabe Alexander

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der St. Michael Werkstatt für behinderte Menschen pflegen seit April die Anlage der Sportschule "Egidius Braun".

SFV: Frau Möckel, welche Dienstleistungen bietet die St. Michael Werkstatt für behinderte Menschen vom Christlichen Sozialwerk, wie viele Menschen sind bei Ihnen beschäftigt und wer nimmt die Dienstleistungen in Anspruch?

Madeleine Möckel: Neben der Garten- und Landschaftspflege bietet unsere Werkstatt auch Leistungen in der Papierver- und -bearbeitung, Konfektionierungsarbeiten, Leichtmontagen, Lebensmittelverpackungen und eigentlich alles, was sonst noch gewünscht wird. Insgesamt sind bei uns 185 Menschen mit Behinderung beschäftigt. Hinzu kommen noch 40 BetreuerInnen und MitarbeiterInnen der Verwaltung. Unsere Garten- und Landschaftspflege-Leistungen nehmen insbesondere Kunden in Anspruch, die auch andere Aufträge bei uns laufen haben. Die fragen dann an, ob wir das Firmengelände pflegen können. Aber auch private Kunden, die es altersbedingt nicht mehr schaffen, ihre Hecken selber zu schneiden, gehören zu unseren Auftraggebern.

Wie setzt sich die Gruppe für die Arbeiten auf dem Gelände der Sportschule zusammen?

Wir haben einen Pool aus acht Leuten aus der gesamten Werkstatt, die sich für die Garten- und Landschaftspflege interessieren. Und aus diesem Pool haben wir sechs MitarbeiterInnen, die eigentlich immer dabei sind, plus zwei Springer. Erfreulicherweise hat sich mit unserem Auftrag hier auch noch ein Weiterer ergeben.

Wo denn?

Zwei Mitarbeiter sind jetzt dauerhaft bei RasenBallsport Leipzig beschäftigt. Sie unterstützen die Greenkeeper am Cottaweg. Tobias Reichelt von RB hat uns hier gesehen und sich bei Dirk Scheffler (Leiter SFV-Sportstätten) nach uns erkundigt. So kam der Kontakt zustande. Jetzt sind bei RB zwei behinderte Mitarbeiter ohne Gruppenleiter immer für zwei Wochen im Einsatz. Das kommt natürlich bei den Beschäftigten und auch bei Herrn Reichert gut an.

Die wichtigste Frage: Wie hat es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei uns gefallen?

Die kommen total gerne hier her. In unserem Arbeitsbereich gibt es einen gartentherapeutischen Ansatz und für die Menschen ist es total großartig, draußen zu sein, bei Wind und Wetter oder auch mal bei 35° ihren Körper zu spüren. Es ist eine körperliche Arbeit, die wir so in der Werkstatt nicht anbieten. Es ist schön, etwas mit den Händen zu machen und etwas zu schaffen. Viele von den eingesetzten Mitarbeitern haben dadurch auch eine persönliche Entwicklung gemacht. Sie sind reifer geworden, sehen die Natur mit anderen Augen und gehen aufmerksam durch die Welt.

Im November läuft der Auftrag für unser Sportgelände erstmal aus. Geht es denn weiter bei uns?

Wir hoffen sehr, dass es nächstes Jahr wieder weitergeht. Wir würden gern wiederkommen. Unsere Werkstatt ist bestrebt, die Zusammenarbeit fortzuführen und ist mit den Verantwortlichen hier im Austausch.

[Alexander Rabe]

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